Mag. Karina Thür, BSc.

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Mag. Karina Thür, BSc.

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Vorgeschichte:  

Unser Sohn Felix ist vor 2 Jahren auf die Welt gekommen. Auf die Geburt haben wir uns mit einem herkömmlichen Geburtsvorbereitungskurs vorbereitet und eine der so genannten Wehenübungen war, sich im rechten Winkel zur Wand zu stellen und in Hockeposition eineinhalb Minuten zu verharren. Kämpfen, Beißen, Durchhalten, Atem anhalten.

Im Kreißsaal angekommen verlangte ich nach einer Stunde bereits ein Schmerzmittel, weil ich es nicht aushalten konnte. Dennoch verlief die Geburt recht zügig (vom Blasensprung zu Hause bis zur Geburt: 5 Stunden) und für fast alle Beteiligten recht unkompliziert. Nur für mich war es ein furchtbares Erlebnis. Durch das Schmerzmittel befand ich mich in einem benebelten Zustand und war auch in der letzten Geburtsphase nur Passagier anstatt einer aktiv Gebärenden. Das „Herausziehen“ ließ mich glauben, dass ich diese Geburt nicht überleben würde.

 

2. Schwangerschaft:

Nachdem die 2. Schwangerschaft relativ überraschend, aber sehr erfreulich für uns kam, setzte ich mich sofort mit der Geburt auseinander. Eine Freundin erzählte mir von Hypnobirthing und empfahl zumindest das Buch von Marie F. Mongan. Wir entschieden uns letztlich auch für den Besuch eines Kurses. Dieser begann in der 29. SSW.

Ausgestattet mit sämtlichen Unterlagen und den Geburtsaffirmationen inkl. Regenbogenentspannung lag ich ab der 30. SSW jeden Abend mit Kopfhörern im Bett und sprach die positiven Sätze nach. Bei der Regenbogenentspannung schlief ich jedoch meistens vorher ein. Mein Mann verwöhnte mich mit Light-touch-Massagen und übte mit mir das Setzen von Ankern. Ein Entbindungsduft gab zusätzliche Entspannung.

Die „Kraft der inneren Bilder“ sollte mir helfen, den Geburtsablauf bereits in meinem Kopf zu speichern. Ich wollte eine Wassergeburt, weshalb ich ein Youtube-Video von „Olivers Waterbirth aus Auckland“ mindestens einmal pro Woche ansah. Zusätzlich übte ich die „Ballonatmung“ und die „J-Atmung“.

 

Die Geburt:

Bereits in der Nacht zuvor hatte ich leichtes Ziehen gespürt. Am Nachmittag des darauffolgenden Tages wurde es intensiver. Um 18:00 waren wir dann im Kreißsaal, wo die Hebamme 4cm Öffnung feststellte. Das CTG und die Leitung im linken Arm störten mich nicht. Wir spazierten am Gang und ich blieb dank guter Atmung entspannt.

Ca. um 21:00 war der Muttermund 8 cm geöffnet und ich stieg in die Badewanne. Der Duft auf einem Taschentuch, die Regenbogenentspannung auf meinem iPod und das Mitatmen meines Mannes, unterstützt durch das Ankersetzen auf meiner Schulter, halfen enorm. Ich genoss, dass ich sehr entspannt und klar war. Zusätzlich nahm ich genug Flüssigkeit zu mir.

Nachdem mich die Hebamme bat, noch einmal meine Blase zu entleeren, spürte ich, dass die Eröffnungsphase beendet war und die Geburtsphase begann. Wieder visualisierte ich die Bilder einer perfekten Wassergeburt und wie sich das Baby nach unten schieben lässt. Nach etwa zwei Wellen jedoch konnte ich die „J-Atmung“ nicht mehr anwenden, weil sich das Drücken nicht vermeiden ließ. Die Hebamme bat mich aus der Wanne zu steigen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt nicht das Gefühl, dass sie etwas wollte, was mir und dem Baby nicht guttat, weshalb ich mich wieder auf das Bett legen ließ. Bis dahin hätte ich von einer perfekten Geburt gesprochen.

In der Endphase allerdings fiel es mir sehr schwer während einer Welle richtig zu atmen. Dazwischen gelang es ganz gut zu entspannen. Die Ohrstöpsel wollte ich nicht mehr haben. Ich verlor etwas den Faden und die innere Ruhe. In etwa die letzten 20 Minuten (von 00:00 bis 00:20 Uhr) waren nicht angenehm. Die Hebamme musste die Schultern drehen und zog unser Baby beim letzten Drücken relativ kräftig heraus. Während der letzten Phase fühlte ich mich dennoch sehr beruhigt von meinem Mann, weil er mir immer wieder half, mich etwas zu beruhigen. Dies führte auch dazu, dass es zwar wirklich wehtat, ich aber die gesamte Geburt bzw. den Geburtsverlauf viel positiver empfunden habe als die erste Geburt.

Unser Peter war also da: 4450 g, 54 cm, 37 cm Kopfumfang. Für mich persönlich hätte er etwas leichter sein können, aber wie hörte ich es immer wieder bei den Affirmationen? – Die Größe meines Babys ist perfekt für meinen Körper. 

 

Fazit:

90% waren wundervoll und entspannt. Ich hätte mir die Geburtsphase selbst weniger schmerzhaft gewünscht, aber: Das Gesamtbild des Abends ist für mich leuchtend wie ein Regenbogen und die letzten Minuten verschwinden von Tag zu Tag in einem immer dichter werdenden Nebel…

HypnoBirthing- Geburt B.

Peter, 19.09.2014