Mag. Karina Thür, BSc.

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Unsere kleine Tochter Viola kam am 26. Mai 2013 zur Welt, sehr früh am Morgen an einem Sonntag nach einer Vollmondnacht, grad als der Tag angebrochen ist. Die Wellen hatten wohl schon am Tag davor, gegen 5 am Nachmittag eingesetzt, aber da ich schon öfter mal dachte, dass es jetzt losgeht, hab ich einfach nur geatmet und visualisiert und nebenbei ein Buch gelesen. Schmerz war da im Grund keiner - ich legte mich auch später noch schlafen und sagte auch zu niemandem etwas. Gegen Mitternacht wachte ich auf, die Wellen waren intensiver, setzt mich, wieder mit Buch, in die Küche. Die Wellen waren mit der Ballon/Blüten-Visualisierung und der dazugehörigen Atmung immer noch wunderbar zu verkraften, Schmerz war schon einer da, aber durch die im Kurs erlernte Technik war ich irgendwie nur Beobachter - ich glaubte noch immer nicht, dass es in Richtung Geburt geht. Gegen halb drei Uhr nachts kamen die Wellen aber im Abstand von 3 Minuten, also weckte ich meinen Partner für eine Kontrollfahrt ins LKH. Dort angekommen meinte er noch zur Hebamme "Meine Frau hat Geburtswehen" - und ich antwortete " Na ja, schauen wir mal, ob das tatsächlich schon soweit ist.." - und bei der Untersuchung war mein Muttermund bereits 7 cm geöffnet. An den Wellenschreiber wurde ich angehängt, war mir aber recht, weil ich ja selber sehen wollte, wie die Wellen "aussehen" - die Hebamme schaute mich groß an und fragte: " Seit wann haben sie denn schon so heftige Wehen?" und ich dachte, dass ich gar nicht wahrgenommen hatte dass sie schon so "heftig" seien...blieb auch so. Zu irgendwelchen Entspannungsübungen kamen wir gar nicht, weil ich während der kurzen Wellenpausen so wach und zum reden aufgelegt war und mein Partner und die Hebamme über meinen Bauch hinweg "getratscht" haben. Eigentlich total skurril. Ich hab mich dazwischen immer wieder weggeblendet und war dann wieder dabei. Die letzte Phase der Geburt war kurz und heftig, weil ich die J-Atmung nicht geübt hab (würde ich aber jeder empfehlen....), aber mit Hilfe meines Partners, der mich davon überzeugen musste, den Kreissaal nicht zu verlassen ;-) kam Vio ganz schnell zur Welt. Im letzten Moment hab ich dann doch verstanden, wie die J-Atmung funktioniert und sie fluschte einfach raus, ich kann mich gut an den Moment erinnern, in dem ich dachte "Ah, so war das gemeint"....

Im LKH waren sie sehr verständnisvoll, was die Zeit nach der Geburt betraf, wir durften zwei Stunden allein mit ihr verbringen, sie wurde erst danach gewaschen, und Roman war immer mit dabei. Ich war total fit (!) und das habe ich auf jeden Fall dieser Technik zu verdanken. Danach mussten wir uns ein wenig gegen das normale LKH-Procedere wehren - und da war es toll, dass wir im Kurs vorbereitet wurden, was getan werden muss und was warten kann - und dass man das auch einfach aussprechen kann. Erstaunlich, was dann alles plötzlich nicht mehr sofort getan werden muss....und dass die Eltern doch überall hin mitkommen dürfen...dass das Baby nicht allein auf irgendwelche Erstuntersuchungen warten muss....Dieser Aufklärungsteil war sicher einer der für uns wichtigsten Bereiche im Kurs, das Personal im LKH hatte uns dafür nicht immer lieb, aber es wurde respektiert. Manche Schwestern gaben zu, dass es für das Kind sicher sinnvoller ist, so zu agieren und sprachen das auch an.

Ich kann jeder Frau nur empfehlen des Kurs zu machen und weibliches Selbstbewusstsein dadurch zurück zu gewinnen. Zu lernen, dass wir von Natur aus für die Geburt perfekt ausgestattete Wesen sind. Dass Ängste oft die Ängste der Ärzte sind, die wir ausgleichen sollen. Jeden Vater, weil er gleich beim Einstieg spürt und erfährt, was es bedeutet, wirklich für dieses neue Wesen einzustehen.

HypnoBirthing- Geburt J.

Viola, 26. Mai 2013